Um eines von vornherein klarzustellen, ich mag Battlefield 1 sehr. Warum zum Teufel sollte ich, ein zugegebenermaßen betagter Spieler mit mittelmäßigem Skill, auch sonst bis jetzt schon über 600 Stunden in dieses Spiel gesteckt haben. Entweder Altersdemenz oder Dummheit mag man sagen…

 

Battlefield 1 ein guter Ableger der Serie

Das Spiel ist in vielen Belangen eine Superlative und ist meines Erachtens in seiner Klasse konkurrenzlos am Markt.
Welcher Shooter kann da schon mithalten, was Grafik, Soundkulisse, Szenario, Gameplay (incl. Movement) und Spielmodi angeht. Und jetzt soll mir keiner mit „Call of Duty“, „Overwatch“ oder „Rainbow Six: Siege“ kommen, die spielen alle in anderen Ligen. Und doch gibt es in Battlefield 1 genügend Dinge, die einem gehörig gegen den Strich gehen oder einfach nicht nachzuvollziehen sind.

 

Battlefield 1 und seine Serverprobleme

Ein schönes Beispiel dafür ist das neue „rent a server“-System, dass DICE und EA für Battlefield 1 aus dem Boden gestampft haben. Die europäischen Server stehen z.B. in den Niederlanden und Irland. Die Performance ist oft unterirdisch, von Rubber-Banding über Ruckel-Orgie bis Highping ist da alles dabei. Warum zum Teufel stellt man Server für den mitteleuropäischen Raum in Irland (Übersee) auf??? Mir fällt nur ein plausibler Grund ein: Geld!!! Die Server Anmietung im Steuerparadies Irland ist scheinbar deutlich günstiger als eine Anmietung in Frankfurt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Entwickler (DICE) diese Entscheidung getroffen hat, die wissen, wie wichtig Serverperformance in großen, modernen Multiplayer-Shootern ist. Es riecht streng nach EA und Gewinnmaximierung, aber das sie damit ihr vielleicht ihr erfolgreichstes Franchise neben Fifa gefährden, ist ihnen nicht klar.

Battlefield ist grundsätzlich ein Community-getriebenes Spiel und mit dem Spielerstamm sollte man es sich nicht verscherzen. Auch Clans haben deutliche Nachteile durch das neue „rent a server“-Programm. Man hat als (!einziger!) Admin nur ein Bruchteil der Servereinstellungen, die es zuvor beispielsweise in Battlefield 4 gab. Die Server lassen sich also für die Clans nicht vernünftig costumizen, was im Umkehrschluss heißt: Es fehlt die Varianz, weniger verschiedene Server, einer wie der andere… Und über die Anmietpreise brauchen wir in Anbetracht solcher Dinge gar nicht erst reden.

 

Battlefield 1 und seine DLC-Politik

Die DLC-Politik von Battlefield 1 ist auch nicht wirklich nachzuvollziehen. Der erste DLC wurde released, als schon fast die Hälfte der Spieler geflüchtet ist. Zur Erinnerung: In Battlefield 4 Sind alle 5 DLC`s innerhalb von nur 12 Monaten erschienen. Bei Battlefield 1 hingegen haben sie Schwierigkeiten den dritten DLC „Turning Tides“, ein Jahr nach erscheinen des Spiels fertig zu bekommen, die Folge: Zwei Maps erscheinen im Dezember 2017 und zwei im Januar 2018. Um die Spieler dauerhaft bei Laune zu halten, ist das einfach zu wenig Content. Wegen der zu weit auseinander liegenden DLC`s hat Bf1 nach Release deutlich Federn gelassen was die Spielerzahlen, vor allem am PC, angeht…

 

Origin, Battlefield 1 und das Matchmaking

Das Party-System, das Matchmaking und auch Origin sind ein Verkehrsunfall. Es gibt Abende wo du mit 6-10 Leuten eine Party eröffnest und versuchst einem Server zu joinen, irgendeiner hat dann immer ein Problem und muss Spiel und Origin neu starten, bevor es dann funktioniert. So kann es passieren, dass du halt eine halbe Stunde brauchst, um mit deiner Party in ein Spiel zu kommen. Das nervt!!! Da lobe ich mir das Battlelog-System aus Battlefield 3 + 4. Aber um euch zu trösten, Battlelog lief zum Anfang auch nicht besonders gut und keiner wollte es haben. Am Ende waren aber alle cool damit…

Der Origin-Launcher hat sich leider auch nicht gut entwickelt. Ich fand ja das alte Origin Programm schon Mist, aber mit dem Release von Battlefield 1 und dem Update auf den neuen Origin-Launcher, hat das ganz neue Züge angenommen. Es verursacht teilweise hohe CPU- und Arbeitsspeicherauslastung, ist buggy in der Bedienung und nicht sehr intuitiv.
In die Entwicklung des Origin-Clienten könnte EA ja das Geld stecken, was sie beim „Rent a Server“-System in Irland sparen 😉

Battlefield 1, Balance und die Sniper

Mehr als die Hälfte der Maps in Battlefield 1 sind äußerst Sniper freundlich, in der Beziehung nicht gut ausbalanciert. Was zur Folge hat, dass Maps und Modi in gewissen Kombinationen einfach nicht spielbar sind, meist für das angreifende Team. Hier würde ein generelles Sniperlimit dem Spiel gut tun. Es gibt keinen gottverdammten Grund in einem Team mit 50% Snipern zu spielen. Ich denke dass auf einem 64`er Server 4 Sniper pro Team reichen würden…

Trotz allem spiele ich Battlefield 1 fast jeden Tag und es macht verdammt nochmal immer noch Spaß.Ich würde mir einfach wünschen, dass DICE und EA sich gewisse Meinungen und Kritiken der Community noch mehr zu Herzen nehmen würden. Es ist ja nicht so als würden sie alles falsch machen, grade in den letzten Jahren haben EA und DICE ihre Community-Arbeit ausgebaut und verbessert, ein Community Test Environment (kurz CTE) aus dem Boden gestampft, um neue Inhalte und Patches mit der Community gemeinsam zu testen. EA scheint ein wenig mit Zuckerbrot und Peitsche zu arbeiten.

Alles werden wir von denen wohl nie bekommen… EA halt…

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